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Datengrundlage

Wie schon in den beiden Vorgängerstudien sollen auch für 2015 die zentralen Jubiläen und Gedenktage als Fokus für die detaillierten Analysen der diskursiven Konstruktion österreichischer Identitäten dienen:

  • Jänner 2015: 20 Jahre EU-Mitgliedschaft, Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus 
  • April 2015: 13. April 1945 – Befreiung Wiens; 27. April 1945 – Unabhängigkeitserklärung Österreichs
  • Mai 2015: 5. Mai 1945 – Befreiung Mauthausens; 8. Mai 1945 – bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht; 15. Mai 1955 – Unterzeichnung des Staatsvertrags
  • 26. Oktober 2015: Staatsfeiertag, Verabschiedung des Neutralitätsgesetzes, Abzug des letzten Besatzungssoldaten

Zur Ergänzung sollen punktuell auch Daten zu weiteren Jubiläen 2014/2015 herangezogen werden (u.a. 100 Jahre Ausbruch des ersten Weltkrieges, 650 Jahre Universität Wien, 200 Jahre Wiener Kongress 2014), um einerseits den diskursiven Kontext besser bestimmen zu können und andererseits eine Sequenz von Erinnerungs- und Gedenkfeiern zu erhalten.

In der ersten Projektphase sollen möglichst viele der geplanten Jubiläumsaktivitäten eruiert werden (Staatsakte, Ausstellungen, Broschüren etc.), um wichtige Dokumente erfassen und systematisch sammeln zu können. Reden und Interviews des offiziellen Österreichs zu den Jubiläen sollen wie schon in der vorange-gangen Projekten erfasst und systematisch analysiert werden. Fixpunkte sind u.a.

  • die Neujahrsansprache des Bundespräsidenten,
  • Festakte vor der Bundesversammlung und Reden der Bundesregierung sowie Sitzungen im Nationalrat,
  • und wichtige Interviews in Radio oder Fernsehen zu den genannten Anlässen (max. 5).
  • Darüber hinaus sollen nationale Tageszeitungen und Magazine auf für das Thema relevante Texte (Artikel, Kommentare, Reportagen) untersucht werden.
  • Ebenfalls erhoben und analysiert werden sollen relevante Daten aus dem öffentlich-rechtlichen so-wie privaten Fernsehen und Rundfunk (Sondersendungen, Reportagen, Nachrichten).
  • Schließlich sollen auch visuelle Materialien, Kataloge und Jubiläumsbroschüren, die z.B. für Schulen produziert werden, in das Korpus aufgenommen und anschließend analysiert werden.

Die bisherigen Projekte haben deutlich gemacht, dass hierbei auf nicht vorhersehbare Schwerpunkte in der Inszenierung, wie etwa auf die Instrumentalisierung der inzwischen berühmt gewordenen Balkonszene im Jahr 2005, ebenso reagiert werden muss wie auf unvorhergesehene störende Zwischenrufe.

Darüber hinaus sind Gruppendiskussionen in unterschiedlichen österreichischen Bundesländern geplant (jedenfalls Wien, Burgenland und Kärnten und in Vorarlberg, um die Dimension der sprachlichen Minderheiten und die Ost-West-Dimension regionaler Identitätskonstruktionen zu erfassen).

Die Datenerhebung im Web 2.0 bzw. Social Media Postings auf derStandard.at und diepresse.com wird anlassbezogen und exemplarisch zu den Jubiläumsdaten bzw. konkret zu auf relevante Themen bezogenen Artikel durchgeführt. Die Erfahrungen der letzten Jahre lassen erwarten, dass Zwischenrufe, wie sie 1995 und 2005 vorkamen, in Zukunft auch oder vor allem in Social Media vorkommen werden. Dies nicht nur wegen ihrer Reichweite, sondern auch, weil etwa auf Facebook-Seiten lancierte Inhalte zwar dort ihre Wir-kung entfalten können, gleichzeitig jedoch der eigentliche Besitzer der Seite sich davon distanzieren kann mit dem Hinweis, nicht selbst gepostet zu haben. Für die Strategie der „kalkulierten Ambivalenz“ bieten Social Media also einen geeigneten Rahmen.

Zum Schwerpunkt des Staatsbürgerschafts- und Fremdenrechts werden relevante Gesetzestexte, Gesetzes-materialien (Entwurf, Protokolle der NR-Sitzungen, Begutachtungen), Kommentare in der rechtswissenschaftliche Lehre und die Rechtsprechung erhoben.

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